Im Jahr 1886 erhielt das Glocknerhaus einen weiteren Zubau und 1893 wurde schließlich dem immer stärker werdenden Wunsch nachgegeben, eine Fahrstraße zur Hütte zu trassieren, um auch "Personen, denen es nicht möglich ist, Saumwege zu benutzen, das Glocknerhaus zu erreichen." Diese aus heutiger Sicht schwerwiegende Entscheidung führte die Straße in 13-jähriger Bauzeit unter der Leitung von Ing. Teischinger 1908 bis zur Hütte. Die Straße hatte eine Länge von 11,2 km, war von einigen Ausweichstellen abgesehen 2,5 m breit und bot eine durchschnittliche Steigung von 10%. Die Strecke war aber keineswegs ausgebaut, Stützmauern und andere Sicherheitsmaßnahmen mußten noch verbessert werden. Zudem erschwerten noch Naturerreignisse die Fertigstellung, 1917 wurde die Straße oberhalb von Heiligenblut auf 2 km fast vollständig zerstört, erst 1922 konnte sie für gewöhnliche Fahrzeuge wieder freigegeben werden. Namhafte Spender wie die des Österreichischen Automobilklubs und die ständig als Retter fungierende Kärntner Sparkasse halfen den Erbauern soweit, daß das Projekt nach über zwei Jahrzehnten übergeben werden könnte. Die Straße entwickelte sich bald zur größten Attraktion des Oberkärntner Fremdenverkehrs. Die Erhaltung des damals noch nicht ausgebauten Zuganges erwies sich schon vor dem Ersten Weltkrieg als sehr schweirig, zumal die Erträge des Schutzhauses selbst dazu verwendet werden mußten. Der Zustand des Glocknerhauses selbst litt natürlich unter diesem Umstand, Ausbau- bzw. Sanierungspläne wurden immer wieder verschoben.
Verkauf der Straße
Die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Glocknerstraße war somit das vorrangige Ziel der Sektion Klagenfurt, die Kärntner Landesregierung genehmigte daraufhin eine Mauteinhebung zur allgemeinen Erhaltung der Trasse. Diese Mauteinnahmen wurden aber in weiterer Folge zum Anlaß genommen, der Sektion Klagenfurt seitens verschiedenster Institutionen Beschwerden zukommen zu lassen. Dieser langwierige Disput endete schließlich am 15. Mai 1931 mit dem Verkauf des obersten Teiles der Straße an die neugegründete Großglockner-Hochalpenstraßen AG (GROHAG). Der Restteil der Straße wurde der GROHAG als Option nach der Fertigstellung der Großglockner-Hochalpenstraße angeboten.









